Veranstaltungen

Ring-Vorlesungen im Wintersemester 2019/20:

30 Jahre nach 1989 - Wende wohin? 30 years after 1989 - Transition to Where?

(Donnerstags 18:30 - 20:00, mehr Informationen siehe unten! For more information please scroll down)

Die ökologische Krise in Osteuropa

(Donnerstags 11:30 - 13:00, mehr Informationen siehe unten!)

 


 

30 JAHRE NACH 1989 - WENDE WOHIN?

30 YEARS AFTER 1989 - TRANSITION TO WHERE?

 

2019 jährt sich der Fall des Eisernen Vorhangs zum dreißigsten Mal. 1989 markierte, wie es schien, das Ende des Kalten Krieges und die Wende hin zur Wiedervereinigung Europas im Zeichen von liberaler Demokratie und freier Marktwirtschaft. Doch das heutige Europa ist von neuen Spannungen gekennzeichnet, die Demokratie befindet sich in einer Krise, und die negativen Folgen des Neoliberalismus werden immer deutlicher. Die Ringvorlesung beleuchtet politische, gesellschaftliche und regionale Aspekte der Transformationsprozesse in Osteuropa.

Die Vortragsreihe „30 Jahre nach 1989 – Wende wohin?“ soll zu einem tieferen und kritischen Verständnis der Übergangsprozesse seit 1989, insbesondere im Hinblick auf Osteuropa – von den Visegrád-Ländern über den westlichen Balkan bis in den postsowjetischen Raum – anregen. Vermittelt werden sollen sowohl Grundkenntnisse als auch die neuesten Forschungen und Debatten.
Als Ringvorlesung wird jede Einheit von den jeweiligen Vortragenden – Wissenschaftler_innen aus Österreich und den Nachbarländern – gestaltet, wobei auch es Raum für gemeinsame Diskussion geben wird.


2019 marks the 30th anniversary of the Fall of the Iron Curtain. 1989 seemed to be the end of the Cold War and the start of a transition towards a united Europe under the banner of liberal democracy and free market economy. But today’s Europe is characterised by new tensions and conflicts, democracy is in crisis, and the negative consequences of neoliberalism are becoming even more apparent. The lecture series explores political, social and regional aspects of the transformation processes in Eastern Europe.

The lecture series “30 years after 1989 – Transition to Where?” wants to prompt discussion and a deeper, critical understanding of the transformation processes since 1989, particulary with regard to Eastern Europe – from the Visegrád countries to the Western Balkans to the post-soviet space. Looking to impart knowledge on basic concepts as well as the latest research and debate, social scientists from Austria and its neighbouring countries will present and analyse a variety of topics, also leaving room for discussion.

 

03/10/19

Tatiana Zhurzhenko (Universität Wien)

30 Jahre nach 1989 - Wende wohin? (Einführung)

 

 

10/10/19

Reinhard Krumm (Friedrich-Ebert-Stiftung Wien)

A short-lived dream: Cooperative European security since the end of the Soviet Union

 

The armed conflicts in Georgia (2008) and Ukraine (2014) have not only been shaking the local and general public, but have also unhinged the principles of the European security order. However, they are not the root causes, but symptoms of a larger crisis. Reinhard Krumm shows how different interpretations of the international relations in Europe in the past 25 years are resulting in threat perceptions that leave little room for cooperation. Instead, many more countries are now involved in such conflicts than during the Cold War Era. Bigger powers seem more interested in managing the crisis than changing it, i.e. when looking at the bipartisan consensus in the US on condemning Russia, which makes any progress on dialogue with Moscow extremely difficult.

 

17/10/19

Andrea Brait (Universität Innsbruck)

Zurück in die Mitte Europas – Österreich und die Ostöffnung 1989

 

In ihrem Vortrag macht Andrea Brait deutlich, dass die Auflösung des bipolaren Systems nicht nur für Deutschland und die Staaten Mittelosteuropas von großer Bedeutung war. Österreichs außenpolitische Stellung, die wesentlich durch die Bedingungen des Kalten Krieges geprägt war, änderte sich infolge der weltpolitischen Ereignisse in den Jahren 1989 bis 1991 massiv. Von vielen politischen und ökonomischen Akteuren wurde eine „Rückkehr“ in die Mitte Europas propagiert. Neben positiven Erwartungen in wirtschaftlicher und kulturpolitischer Hinsicht wurde der „Fall“ des Eisernen Vorhanges jedoch auch bald mit sicherheitspolitischen Bedenken in Verbindung gebracht. Damit korrespondierend ergaben sich für Österreich infolge von 1989 nicht nur zahlreiche wirtschaftliche Investitionen und neugeschaffene Formen der Kooperation im Bereich der Auslandskulturpolitik, sondern auch neue Grenzsicherungsmaßnahmen („Assistenzeinsatz“), die bis 2011 fortgeführt und in veränderter Form 2015 wieder eingeführt wurden.

 

24/10/19

Dieter Segert (Universität Wien)

Staatssozialismus in der Krise: Problemfelder, Akteure, Lösungsversuche

 

Der Staatssozialismus entwickelte sich seit 1917 als Gesellschaftssystem in Konkurrenz zum globalen Kapitalismus. Die herrschenden kommunistischen Parteien versuchten durch eine Modernisierungsdiktatur Entwicklungsdefizite beschleunigt abzubauen. Dabei entwickelte sich besonders nach 1945 zwischen den Systemen ein Wettbewerb um die überlegene Wirtschafts- und Lebensweise, den die staatssozialistischen Länder letztlich verloren haben. In seinem Vortrag wird Dieter Segert die Grundstrukturen und Konflikte der staatssozialistischen Macht- und Gesellschaftsverhältnisse darstellen. Im Zentrum der Narration stehen die Krisen und Reformversuche der 1980er Jahre und deren Akteure in der Unterschiedlichkeit ihrer Handlungen, wie Michail Gorbatschow, Lew Wałęsa, Gyula Horn oder Nicolae Ceaușescu. Ebenfalls behandelt werden wird die Frage, welche Auswirkungen der Niedergang des alternativen Gesellschaftssystems für den überlebenden Systemkonkurrenten hatte.

 

31/10/19

Tobias Spöri (Universität Wien)

Vom Einparteiensystem zur Demokratie zum autoritären Populismus? Die politische Transformation Zentral- und Osteuropas

 

Auch 30 Jahre nach den umfassenden Umbrüchen von 1989 sind die Länder Zentral- und Osteuropas stark von den damaligen Ereignissen beeinflusst. Der Wandel vom staatsozialistischen Einparteiensystem hin zu einer pluralistischen Demokratie war mehrheitlich von einer anfänglich großen Begeisterung in der Bevölkerung begleitet, aber durchaus von diversen Schwierigkeiten geprägt. Tobias Spöri diskutiert in seinem Vortrag diese Umbrüche vergleichend und schlägt die Brücke zur aktuellen Situation, die in vielen Ländern als zunehmend autoritär wahrgenommen wird. Dies gilt vor allem für viele post-sowjetische Länder, aber auch für Ungarn, Polen, Serbien oder auch Rumänien. Der Vortrag bietet verschiedene Erklärungen an, wie es zu diesem autoritären Trend gekommen ist. 

 

07/11/19

János M. Kovács (Universität Wien/Eötvös Loránd University, Budapest)

Crafting a realistic dystopia: Rise and fall of liberal democracy in Hungary

 

In this lecture, János M. Kovács focuses on the rise of a "brave new" anti-liberal regime led by Viktor Orbán who made a decisive contribution to the transformation of a poorly managed liberal democracy to a well-organized authoritarian rule bordering on autocracy during the past decade. Emerging capitalism in post-1989 Hungary that once took pride in winning the Eastern European race for catching up with the West has evolved into a reclusive, statist, national-populist system reminding the observers of its communist and pre-communist predecessors. Going beyond the self-description of the Orbán regime that emphasizes its Christian-conservative and illiberal nature, Kovács will suggest new ways to comprehend the sharp decline of the rule of law in an EU member state. He interprets the Hungarian "System of National Cooperation" as a pervasive, but in many respects improvised and vulnerable experiment in social engineering, rather than a set of mature and irreversible institutions. The originality of this dystopian "new world" does not stem from the transition to authoritarian control per se, but its plurality of meanings. It can be seen as a simulacrum that shows different images to different viewers and perpetuates itself by its post-truth variability.

 

14/11/19

Susanne Weigelin-Schwiedrzik (Universität Wien)

Vergessene Partner: Der Dialog zwischen Reformkräften in Osteuropa und der VR China (1978-1987)

 

Die Politik von Reform und Öffnung, welche das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) im Dezember 1978 beschloss, wird oft mit einem Zitat von Deng Xiaoping, „sich von Stein zu Stein über den Fluss tasten“, zusammengefaßt. Dahinter steht der Wunsch der chinesischen Führung, das hybride System aus Sozialismus und Staatskapitalismus, das sich als Folge dieser Politik in China etabliert hat, als eine „chinesische Besonderheit“ darzustellen. In Europa und den USA haben Expert_innen darauf hingewiesen, dass es seit den achtziger Jahren einen regen Austausch zwischen Ökonomen aus den USA und Europa und den Reformern in China gegeben hat. Susanne Weigelin-Schwiedrzik zeigt in ihrem Vortrag auf, wie stark sich die Führung der VR China mit Reformerfahrungen in Osteuropa auseinandergesetzt hat. Osteuropa hat für die Operationalisierung des Reformprojekts und die Beschwichtigung reformunwilliger Kräfte in der KPCh eine wesentlich größere Rolle gespielt als die in Scharen nach China reisenden Nobelpreisträger.

   

21/11/19

Wolfgang Müller (Universität Wien)

Die Sowjetunion und 1989

 

Obwohl die UdSSR von der Osteuropäischen Revolution von 1989/90 nicht direkt erfasst wurde, war sie mir ihr auf mannigfache Art verbunden: Die Perestroika im Kreml inspirierte nicht nur viele Osteuropäer/innen, ihren Kampf für Selbstbestimmung und Demokratie wieder aufzunehmen; ohne das Bekenntnis der sowjetischen Staatsspitze zur Gewaltlosigkeit wären die „Samtenen Revolutionen" auch kaum erfolgreich verlaufen. Gleichzeitig verstärkte die Beseitigung der kommunistischen Diktaturen in Osteuropa die Demokratie- und Unabhängigkeitsforderungen in der Sowjetunion und beschleunigte damit auch deren Desintegration. 1989 brachte für die Sowjetunion damit nicht nur das Ende ihres „äußeren Imperiums" in Osteuropa, sondern trug auch zur Auflösung der Union 1991 selbst bei. Schließlich ist die ambivalente Wahrnehmung von 1989 und seinen Folgen in Russland heute zur betrachten.

 

28/11/19

Ireneusz P. Karolewski (University of Wrocław/Universität Leipzig)

Cäsarische Demokratie in post-kommunistischen Ländern: Das Beispiel Polen 

 

In 1956 argumentierte Gabriel Almond, dass einigen „kontinentalen“ Demokratien (vor allem Frankreich und Italien in seiner Zeit), eine Tendenz innewohnt, durch “cäsarische Brüche“ eine autoritäre Entwicklung einzuschlagen. Die Idee des Cäsarismus bleibt allerdings in der Politikwissenschaft unterentwickelt und wird bisweilen zur Beschreibung von diktaturähnlichen Regimen verschiedener Couleur verwendet. Ireneusz P. Karolewski entwickelt in seinem Vortrag das Konzept des Cäsarismus weiter und illustriert dieses mit Bezug auf politische Entwicklungen in Polen seit 2015. Vor allem wird auf die Triade des Cäsarismus eingegangen, bei der es sich um (1) Patronage-Netzwerke, (2) Staatsvereinnahmung und (3) ausschließende Identitätspolitik handelt. All diese Elemente stellen eine „Interaktionsordnung“ (Erving Goffman) dar, die den Cäsarismus unter den Bedingungen einer majoritären Elektoraldemokratie in Polen (und darüber hinaus) fördert.

 

05/12/19

Andrea Pető (Central European University, Budapest)

Gendered history and memory politics of illiberal states

 

In her lecture, Andrea Pető discusses a new analytical concept, the illiberal polypore state, when talking about recent developments in history writing, with new forms of controlling hegemonic forms of remembrance. The translation of history and its application, and thus their identity-shaping effect, have become a geopolitical factor and memory politics plays a key role in this process. The memory politics of the "polypore state" is to duplicate institutions, depoliticize research and to empty the narrative about women’s presence and agency in order to attribute meanings of victimhood and anti-communism. Bringing in examples of the history of 1956 and the Holocaust, the lecture claims that memory politics of illiberal polypore states are creating a challenge not only to gender studies scholars, but to academia itself.

 

12/12/19

Vĕra Stojarová (Masaryk University, Brno)

Western Balkans: Moving towards EU membership and away from liberal democracy

In her lecture, Vĕra Stojarová takes a closer look at the retreat of liberal democracy in the Western Balkan region. Focus will be put on central themes important for democracy: free and fair elections, media freedom, judicial independence, privileged access to public resources and the civil society. It seeks to disentangle causes and consequences of illiberal politics in the region, explores the similarities in illiberal practices and different strategies the incumbents use to stay in power indefinitely vis a vis the potential EU membership of those countries.

 

09/01/20

Sofie Bedford (Uppsala University/Universität Wien)

Where revolution never happened: The role of opposition in post-soviet authoritarian regimes

 

The purpose of this lecture is to problematize the concept of ‘opposition’ and its role in post-Soviet authoritarian regimes. Arguing it is high time to revise the common practice of relating to opposition simply as an instrument for democratisation, Sofie Bedford will present her research highlighting how in these contexts the concept of opposition is misunderstood and indeed misguides the understanding of the political processes. She draws on two such cases, Azerbaijan and Belarus, where  ‘opposition’ is largely disregarded as ‘failed’. The lecture strives to show how government propaganda and coercion, (often) counterproductive foreign assistance, broken revolutionary dreams and path dependency in oppositional activities and leadership, the dynamics of interactions between opposition and state, society and external actors respectively, has contributed less to furthering democratization than to sustaining and strengthening the authoritarian regimes in these countries.

 

16/01/20

Philipp Ther (Universität Wien)

Das postrevolutionäre Jahr 1990 und die globale Hegemonie des Neoliberalismus

 

23/01/20

Ivan Krastev (Institut für die Wissenschaft vom Menschen, Wien/

Center for Liberal Strategies, Sofia)

From the End of History to the Age of Imitation: Why the post-1989 westernization imperative failed

Why did the West, after winning the Cold War, lose its political balance? In the early 1990s, hopes for the eastward spread of liberal democracy were high. And yet the transformation of Eastern European countries gave rise to a bitter repudiation of liberalism itself, not only there, but also back in the heartland of the West.

Based on his book The Light that Failed, co-authored with Stephen Holmes, Ivan Krastev argues that the supposed end of history turned out to be only the beginning of an Age of Imitation. Looking at the history of the last thirty years, it seems that the most powerful force behind the wave of populist xenophobia that began in Eastern Europe stems from resentment at the post-1989 imperative to become Westernized.

 


DIE ÖKOLOGISCHE KRISE IN OSTEUROPA

 

10/10/19

Christina Plank (Universität Wien)

Einführung

 

17/10/19

Christina Plank (Universität Wien)

Das Agrartreibstoffprojekt in der Ukraine

 

24/10/19

Ekaterina Chertkovskaya (Lund University)

Connecting degrowth to the Russian/Soviet Context

Ekaterina Chertkovskaya is a researcher in degrowth and critical organisation studies based at Lund University, and a member of the editorial collective of ephemera journal.

 

Ekaterina’s lecture will address the relationship between economy, ecology and culture in the Soviet Union and contemporary Russia through a degrowth lens. She will trace the focus on economic growth, its socio-ecological implications and cultural framings throughout the Soviet times and into modern Russia. She will then draw on selected theorists from the Russian and Soviet intellectual tradition that help to envision alternatives not connected to growth, highlighting a strong connection between their thinking and degrowth.

 

07/11/19

Lilian Pungas (Universität Jena)

Ackern unter Hochspannungsleitungen und neben Ölschieferwerken in Estland

Lilian Pungas kommt ursprünglich aus Estland, wohnt in Berlin und forscht in Jena zu den osteuropäischen Praktiken der Suffizienz, zum 'guten Leben' und Ernährungssouveränität. Zusätzlich engagiert sie sich in den Bereichen Degrowth und Klimagerechtigkeit in Estland und in Berlin.

 

Estland ist das einzige Mitgliedsland der Europäischen Union, das Ölschiefer seit Jahrzehnten ununterbrochen großindustriell nutzt und deswegen pro Kopf einen der höchsten CO2-Fußabdrücken in ganz Europa hat. Der heimische Ölschiefer bedeutet Versorgungssicherheit für Estland und verringert die Risiken einer Abhängigkeit vom großen Nachbarn im Osten. Paradoxerweise wird es im Osten des Landes abgebaut, wo die Mehrheit der russischsprachigen Bevölkerung Estlands wohnt, die schon im Laufe der 1990er Jahre von der Arbeitslosigkeit und Armut überproportional betroffen war und jetzt wegen steigenden CO2-Quotenpreisen die Schließung einiger übrig gebliebener Ölschieferwerke befürchtet. Eine wichtige sozioökonomische Resilienz für die dortige Bevölkerung stellen dabei die Gartenkooperativen, die sog. „dachas" dar – ein Beispiel dafür, dass man trotz der vielen Widersprüche vor Ort ein nachhaltiges, Suffizienz-orientiertes Leben führen kann.

 

14/11/19

Irina Velicu (University of Coimbra)

Revisiting Environmental Justice: Lessons from Bulgaria and Romania

Irina Velicu is a researcher looking at socio-environmental movements (and anti-mining) in Eastern Europe and particularly Romania. She is interested in critical political theory and specifically in 'undoing' the concept of socio-environmental justice through the analytical tools offered by gender and indigenous theories. Her lecture will focus on the literature on environmental justice and her first attempts to expand this theory based on empirical research.

 

21/11/19

Felix Jaitner (Neues Deutschland)

Ressourcenextraktivismus in Russland

Felix Jaitner arbeitet bei der Zeitung Neues Deutschland in Berlin.

 

Der Vortrag behandelt die aktuellen Konflikte um das ressourcenextraktivistische Entwicklungsmodell in Russland. Dazu wird in einem ersten Schritt die Herausbildung des Ressourcenextraktivismus in den 1990er Jahren dargestellt und anschließend die konkrete Politik des russischen Staates analysiert. 

 

28/11/19

Mladen Domazet (Institute for Political Ecology, Zagreb)

Complementarity between the EJ movement and degrowth: reflections of EJ movement members in the European semiperiphery and the Global South

Dr. Mladen Domazet is a philosopher-physicist and Research Director at the Institute for Political Ecology in Zagreb, Croatia. He was a member of the Organizing Team of the 2016 International Degrowth Conference in Budapest. His research focuses on degrowth, with special focus on the European semiperiphery, and modernity’s cultural instruments that contributed to the hegemony of economic growth.

 

There is a broad intellectual and activist aim to foster an alliance between post-growth and ecological distribution conflicts (EDCs). Here, degrowth critique and environmental justice (EJ) movements are said to have the best potential to interconnect (Akbulut et al. 2019), based on a joint materialist foundation and their concurrent quest for the politico-metabolic reconfiguration of economies. But what about the European Southeastern semiperiphery? Is there really the possibility of an alliance between a Western-style degrowth trend and the long experienced struggle for EJ movements locally and internationally?

In his talk, Mladen Domazet will outline the context and findings of empirical research concerning possible degrowth/EJ alliance as understood by prominent Croatian EJ movement leaders (Domazet and Ančić, 2019) and explore the potential of ‘a politico-metabolic reconfiguration’ for the proposed alliance. European semiperipheral EJ activists express a more readily shared vision with degrowth theory than the EJ activists in the Global South, who see degrowth as Eurocentric, distant and politically lukewarm, despite shared materialism and invocation of greater democratization of development strategies (Rodríguez-Labajos et al., 2019).

 

05/12/19

Alexander Vorbrugg (Universität Bern)

Die Müllkrise in Russland: Von der Politisierung eines verkannten Problems

Alexander Vorbrugg ist Postdoc am Geographischen Institut der Universität Bern. Er forscht zu Umweltpolitiken und –bewegungen in Osteuropa, insbesondere in Russland.

 

Sehr deutlich haben jüngst Protestbewegungen, Medien und Politiker*innen in Russland eine Krise des Müllsystems des Landes ausgerufen. Aus einem lange eher vernachlässigten Problem wurde so ein Gegenstand aktiver Auseinandersetzungen. Diese eröffnen neue Perspektiven auf das Verhältnis zwischen gegenwärtigen staatlichen Umweltpolitiken und ökologischen Bewegungen, sowie zwischen materiellen Krisendynamiken und deren diskursiver Rahmung.

 

12/12/19

Gerrit von Jorck (Technische Universität Berlin)

The Great Transformation: Von der post-sozialistischen zur sozial-ökologischen Transformation

Gerrit von Jorck (TU Berlin) arbeitete bevor er anfing sich mit Degrowth und sozial-ökologischen Transformationen zu beschäftigen in Budapest zur politischen Ökonomie postsozialistischer Länder und fragt sich, wie diese Erfahrungen zusammengeführt werden können.

 

David Stark hat die Metapher geprägt, dass eine erfolgreiche Transformation nicht auf den Ruinen des Sozialismus, sondern mit den Ruinendes Sozialismus erfolgt. Gab es Potenziale des Sozialismus auf die eine erfolgreiche post-sozialistische Transformation hätte aufbauen können? Und welche Potenziale liegen in den Ruinen der post-sozialistischen Transformation für eine sozial-ökologische Transformation?

 

09/01/20

Mikuláš Černík (Masaryk University, Brno)

We are the Limits: resistance to lignite mining as a ground for emerging climate justice movement in the Czech Republic

 

16/01/20

Natalia Mamonova (Swedish Institute for International Affairs)

Populism, neoliberalism and sustainable alternatives in rural Europe

Natalia Mamonova is a postdoctoral researcher at the Swedish Institute of International Affairs and the principal coordinator of the European team of the Emancipatory RuralPolitics Initiative (ERPI Europe). She holds a PhD from Erasmus University, the Netherlands. Her research interests focus on populism, food sovereignty and agrarian movements in rural Europe, primarily in Eastern Europe and the Former Soviet Union. Duringdifferent periods, Natalia was a visiting researcher/lecturer at the University of Oxford, the 'New Europe College' in Bucharest, and Helsinki University.

 

Right-wing populism has gained ground in Europe in recent years, with the greatest support among rural communities. Yet the European countryside remains largely overlooked in debates on the current political crisis and the ways out of it. In this lecture, Dr. Natalia Mamonova will discuss the key factors that influence rural support for regressive political forces in Europe, paying especial attention to the processes in Central and Eastern Europe. She will engage with the agrarian studies literature to demonstrate the impact of neoliberal capitalism in the European countryside, revealing its social, economic and environmental costs. She argues that the countryside provides not only a breeding ground for right-wing populism, it also may offer progressive solutions in the form of emancipatory rural politics.