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Michael Meznik

Michael Meznik studierte Politikwissenschaft an der Universität Wien und der Hl. Kliment Ohridski Universität Sofia. Er war Studienassistent am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien (Univ.-Prof. Dr. Dieter Segert) und Doktorand an der Graduiertenschule Kulturen der Differenz. Er ist derzeit Lektor des OeAD an der Hll. Kyrill-und-Method Universität Veliko Tarnovo.

Forschungsschwerpunkte:

Geschichtliche Aufarbeitung des Staatssozialismus in Bulgarien und DDR, Restitutions- und Amnesiegesetze, Transformationsprozesse in Bulgarien

Publizistische Texte, Interviews (Auswahl):

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Abstract - Dissertation

Die Arbeit bietet einen systematischen Vergleich staatlicher Aufarbeitung sozialistischer Vergangenheit nach 1989/90 am Beispiel des Umgangs mit der Geschichte der DDR und der Geschichte der Volksrepublik Bulgarien. Der erste Teil bietet einen Überblick über konkurrierende wissenschaftliche Modelle zur Beschreibung der politischen und gesellschaftlichen Entwicklung der sozialistischen Systeme Osteuropas. Im zweiten Teil wird zunächst die Gesamtentwicklung der bulgarischen und der ostdeutschen Gesellschaft in der Transformation skizziert und anschließend die Praxis staatlicher Vergangenheitsaufarbeitung dargestellt. Behandelt werden parlamentarische Aktivitäten zur politisch-moralischen Bewertung der sozialistischen Periode sowie Regelungen zum Umgang mit den Aktenbeständen der ehemaligen Staatssicherheitsdienste. Die Analyse rekonstruiert die im Zuge dieser Aufarbeitungsaktivitäten ausgetragenen, politischen Konflikte um die Gesamtdeutung und -bewertung der sozialistischen Vergangenheit, ordnet diese innerhalb der im ersten Teil behandelten theoretischen Ansätze ein und arbeitet die Bedeutung spezifischer Interpretationen für die politische Auseinandersetzung der Transformationsperiode heraus. Anschließend wird ein aus der vergleichenden Analyse beider Fälle gewonnenes Modell zur Erklärung der festgestellten Differenzen vorgeschlagen, das gleichermaßen kulturelle und akteursbezogene Faktoren berücksichtigt. Den Abschluss der Arbeit bilden eine Kritik des insbesondere im deutschen Fall vorherrschenden Modus‘ der Vergangenheitsaneignung sowie Vorschläge für eine Neuausrichtung der staatlichen Aufarbeitung.

 

Publikationen

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