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Forschungsziele

Die Forschungsgruppe beschäftigt sich mit der politikwissenschaftlichen Analyse aktueller Prozesse und Entwicklungen in den Ländern Osteuropas (Ostmittel-, Ost- und Südosteuropa). Im Zentrum steht die Analyse von Demokratie, Demokratisierung sowie De-Demokratisierung, wobei uns sowohl das Interesse an Theoriebildung als auch öffentliches Engagement antreiben. Mitglieder der Gruppe nutzen dabei u.a. theoretische Konzepte und Methoden der Parteienforschung, der politischen Kulturforschung, der Korruptionsanalyse, der Genderforschung, der internationalen Beziehungen sowie der Gedächtnis- und ethno-nationaler Identitätspolitik. Wichtige Forschungsschwerpunkte sind der Transformationsprozess nach 1989 und in ihm das Erbe des Staatssozialismus. Wir kooperieren dabei eng mit anderen sozial- und geisteswissenschaftlichen Disziplinen.

Ein analytisches Prinzip ist der problemorientierte Vergleich. Dabei  wird sowohl der Referenzrahmen der "westlichen" Demokratien kritisch reflektiert, als auch  die Kategorien "Ost" und "West". Interdependenzen und Transferbeziehungen stehen im Zentrum des Forschungsinteresses

Die Forschungsgruppe ist in den fakultären Forschungsschwerpunkt "Governance, Statehood, and Democracy" integriert und darüber hinaus in einem inter- und transdisziplinären Kontext tätig, wie etwa der Forschungsplattform Wiener Osteuropaforum. Zudem unterhalten die ForscherInnen zahlreiche Kooperationsbeziehungen zu wissenschaftlichen Einrichtungen in Osteuropa und Forschungsinstitutionen mit einem Schwerpunkt Osteuropastudien weltweit.

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Aktuelles

 

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Symposium zur feierlichen Verabschiedung von Univ.-Prof. Dr. Dieter Segert

 

22. Juni 2017, 13:00 - 19:00

Sky Lounge, Oskar-Morgenstern-Platz 1, 1090 Wien

 

16:30 Abschiedsvorlesung

Wem nutzt denn das überhaupt? Was Politikwissenschaft bewirken kann

Dieter Segert (Universität Wien)

 

17:15 Podiumsdiskussion

Die Rolle der Sozialwissenschaften in der Gesellschaft

Ulrich Brand (Universität Wien)

Tina Olteanu (Universität Wien)

Rosemarie Will (Humboldt-Universität zu Berlin)

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IPW Lectures im Wintersemester 2016/ 2017

 

Joakim Ekman (Södertörn Högskola)

Public Talk: Informed Political Passivity?

24. November 2016 18:00 NIG Konferenzraum IPW, A 222

For decades, the changing forms of citizens' political engagement have caused concern among experts on political behaviour. Several possible explanations for the decline of conventional forms of participation have been suggested; and the emergence of new forms societal engagement has been debated. More recent contributions to the literature have suggested that certain forms of what appears to be "political passivity" do in fact reflect the emergence of politically informed and politically skilled citizens, who take a deliberative anticipative stance towards politics and political participation.

 

Thomas Bremer (Westfälische Wilhelms-Universität Münster)

01. Dezember 2016 18:00 NIG Konferenzraum IPW, A 222 

Religiöser Glaube und Kommunismus erscheinen als einander diametral entgegengesetzt: der Glaube an eine Transzendenz, und die Überzeugung, dass die Welt aus sich heraus erklärbar ist. Mit der russischen Oktoberrevolution von 1917 wurde zum ersten Mal versucht, den Kommunismus in einem Staat umzusetzen, was mit einer massiven Verfolgung von orthodoxer Kirche und Religion generell einherging. Nach dem 2. Weltkrieg wurden andere Staaten ebenfalls kommunistisch; nun gerieten auch katholische und evangelische Kirchen in die Situation von Verfolgung und Unterdrückung. Ein genauerer Blick zeigt jedoch, dass die Lage der Kirchen und auch das Verhalten der Behörden in den einzelnen Staaten Mittel- und Osteuropas sehr unterschiedlich waren. Auch lässt sich der Rückgang von Religiosität nach dem Ende des Kommunismus in Europa nicht allein durch die Verfolgung erklären. Die Spannung zwischen Christentum und Kommunismus ist in manchen Staaten (China, Vietnam, Nordkorea, Kuba) bis heute gegeben. Mit einigen dieser historischen und aktuellen Phänomene wird sich der Vortrag beschäftigen.

 

Klaus Müller (Freie Universität Berlin)

09. Dezember 2016 17:00 NIG HS 1, 2. Stock 

In den Theorien der großen Umbrüche seit 1989 ist die Rolle des Staats eigentümlich unterbelichtet geblieben. Das hing zweifellos mit der Stimmungslage in den Sozialwissenschaften der 1990er Jahre zusammen, in denen Märkte zum organisatorischen Prinzip gesellschaftlicher Modernisierung stilisiert und durch wenig konturierte Vorstellungen von Zivilgesellschaft, von trans- oder postnationalem Regieren (‚governance)‘, durch einen elitentheoretisch verkürzten Demokratiebegriff oder andere Ersatzkonstruktionen ergänzt wurden.

Zwei vernachlässigte Konzepte, die im Kontext der postkommunistischen Krisen entwickelt wurden, schienen geeignet, Staatlichkeitsprobleme ins rechte Licht zu rücken: State desertion und state capture wurden eingeführt, um die unterschiedlich erfolgreiche Auswege aus dem Kommunismus oder auch den Zusammenbruch der Transformation zu erklären. Insbesondere helfen sie, das Scheitern der ukrainischen Politik und die Rückschläge der Demokratie in Polen zu verstehen. Nicht zuletzt eröffnet ein angemessenes Verständnis von Stateness-Problemen neue Perspektiven auf die Krisen westlicher Länder und der EU.

 

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Public Talk: Between Activism and Apathy

Between Activism and Apathy – Discussing Future Pathways of Political Participation

Friday, October 14 at 6:30 PM - 8 PM

Unicampus/Altes AKH, Hof 3, Hörsaal des Instituts für Osteuropäische Geschichte (HS2REG07)


Democratic theorists highlight the importance of citizens’ participation in politics. Diverse participatory channels such as voting, engagement in political organisations or protesting are available to citizens to make their voices heard in politics. Over the last decades, two parallel developments are predominantly discussed in terms of political participation: rising political apathy, for instance decreasing electoral turnout, and highly active citizens organizing demonstrations, online-petitions or flash-mobs. Those trends are challenges for representative democracies as well as academics researching political participation.

The aim of the public talk is to debate those counter-intuitive trends in political participation ranging from passive citizens to versatile activists.
- What does decreasing electoral turnout mean for representative democracies in the 21st century?
- Do citizens nowadays participate less or just differently?
- Which potentials does the Internet bear for mobilizing citizens to participate more?
- How can future research tackle the new trends in political participation in an innovative way?
- Can new forms of participation overcome common patterns of social hierarchy or do they replicate and even amplify them?

An international panel of experts in the field
Sigrid Baringhorst (University of Siegen)
Dan Mercea (City University London)
Tina Olteanu (University of Vienna)

Moderator
Tobias Spöri (University of Vienna)

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IPW Lecture

 

Raj Kollmorgen (Prof. an der Hochschule Zittau/Görlitz)
Osteuropa als Avantgarde der (Neo-)Moderne? Eine gegenwartsdiagnostische und modernetheoretische Erkundung
09.11.15, 18 Uhr
, NIG Konferenzraum IPW, A 222 

Osteuropa spielte in der Entwicklung der klassischen Modernetheorien nur eine untergeordnete Rolle. Diese Leerstelle korrespondiert mit der Renaissance der Modernisierungsansätze nach dem epochalen Umbruch 1989. Hier erschien Osteuropa vielfach als gleichsam letzter empirischer Beweis der Tragfähigkeit (neo-)klassischer Modernisierungstheorien mit ihrer These von der Konvergenz der Moderne nach westlichem Muster.


Der Vortrag problematisiert einerseits die gesellschaftlichen Entwicklungen in Mittel- und Osteuropa nach 1989 im Verhältnis zu und im Austausch mit dem Westen. War es wirklich nur ein Nachholen, das sich im Osten nach 1990 abgespielt hat? Gab es nicht doch in vielen Bereichen - von der Wirtschaft und Wohlfahrtsstaatlichkeit bis zur Politik und Kultur - innovative Entwicklungen? Andererseits und als gegenwartsdiagnostisches wie gesellschaftstheoretisches Interpretationsangebot wird eine Theorie der (Neo-)Moderne skizziert, die Osteuropa nicht nur als integrales Moment des Projekts der Moderne begreift, sondern auch problematisiert, mit welcher (hegemonialen) Moderne wir es in den letzten drei Jahrzehnten zu tun hatten.

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Neuer Masterstudiengang "Interdisziplinäre Osteuropastudien"

Zum Wintersemester 2015/16 bietet die Universität Wien den neuen Masterstudiengang „Interdisziplinäre Osteuropastudien“ an. Das viersemestrige Studium bietet eine fortgeschrittene interdisziplinäre Ausbildung in den Sozial- und Geisteswissenschaften und vermittelt Kompetenzen für Ostmittel-, Südost- und Osteuropa. Die Studierenden erwerben vertiefte und spezielle Kenntnisse von Kultur, Gesellschaft, Politik und Geschichte mindestens einer der Länder des Raumes und die Fähigkeit, disziplinübergreifende Fragestellungen zu erkennen und zu bearbeiten, wobei osteuropäische Geschichte, Sozialwissenschaften oder slawische Sprachen und Kulturen im Studium einen Schwerpunkt bilden. Neben Fachwissen und Sprachkenntnissen werden den Studierenden durch Auslandsaufenthalte, Praktika, Sprachkurse und Summer Schools individuelle Zusatzkompetenzen vermittelt.

Am Masterstudiengang sind drei verschiedene Disziplinen – Geschichtswissenschaften, Sozialwissenschaften und Sprach-und Literaturwissenschaften – und folgende Fächer beteiligt: Osteuropäische Geschichte, Politikwissenschaft, Kultur- und Sozialanthropologie, Geographie, Rechtswissenschaft und Slawistik.

Näheres zum konkreten Studienaufbau finden Sie hier.

 

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Diskussionsveranstaltung

"Maidan and beyond - talking to, not about activists"

Dienstag, 20. Jänner 2015, 18:00 - 19:30 Universität Wien

Hörsaal 2 (A218), NIG, 2. Stock, Universitätsstraße 7, 1010 Wien

 

In Österreich wurde der Majdan überwiegend verinfachend als Protestbewegung dargestellt. Dabei wurde in den Medien meist zwischen pro-europäischen und pro-russischen AktivistInnen unterschieden, was dem Ursprung der Proteste widerspricht. Die Diskussionsrunde ermöglicht dem Publikum Zugang zu Informationen über Prozesse, Akteure und Ziele der Majdan-Bewegung aus erster Hand im Dialog mit AktivistInnen. Dabei stehen Fragen nach den verschiedenen Gruppierungen auf dem Majdan, die Dynamik des Protests sowie das Verhältnis der Majdan-Bewegung zum restlichen Teil der Ukraine im Vordergrund. Abschließend soll sich der Frage gewidmet werden, welchen Beitrag die Majdan-Bewegung für die weitere Entwicklung des Landes gebracht hat.

Die Diskussion findet auf Englisch statt.

Link zur Veranstaltung

Video zur Veranstaltung

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Internationale Konferenz

"Coping with crisis - citizens' perspectives and strategies"

21. - 26. November 2014 - Thessaloniki

 

Programm

Bericht

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Workshop of PhD students from Austria, Czech Republic and Germany

Social and cultural embedding of politics: East-West-perspectives at the challenges of a sustainable democracy

30.10. - 02.11. 2014 - Reichenau an der Rax / Austria

 

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Gastvortrag im Rahmen der ipw lectures (Englisch)

The Idea of Strong Russian State and Vision on Modernization - incompatible goal?

11. Juni 2014, 18:30 Uhr

Seminarraum 1 (A228)
Institut für Politikwissenschaft
Universitätsstraße 7 / 2. Stock
1010 Wien

:: von Prof. Markku Kangaspuro (Alektsanteri Institute/University of Helsinki)

:: Kommentar: Felix Jaitner, MA (University of Vienna)

Abstract und Einladung

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Podiumsdiskussion/Buchpräsentation

Demokratie im Umbruch - Alternative Gesellschaftsentwürfe der russischen Perestroikabewegung

24. Oktober 2013, 18:30 Uhr
Depot, Breite Gasse 3, 1070 Wien

Es diskutieren:

:: Hans Asenbaum (Autor, Wien)
:: Boris Kagarlitsky (Politologe und Zeitzeuge, Moskau)
:: Dieter Segert (Politikwissenschaftler, Wien)

Weitere Informationen finden Sie hier.

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Neuerscheinung (Novemer 2013)

Dieter Segert: Transformationen in Osteuropa im 20. Jahrhundert, Wien: Facultas/UTB, 2013 (i.E.)

Weitere Informationen finden Sie hier.

Institut für Politikwissenschaft
Universitätsstraße 7 / 2.Stock
A-1010 Wien
E-Mail
Universität Wien | Universitätsring 1 | 1010 Wien | T +43-1-4277-0